Make-up bei Hauterkrankungen

Autor*innen: Lynn Grünhagen, Gabriela Sabah

Stand: 30. Januar 2026

Makeup

Wenn das Gesicht von chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte betroffen ist, bringt das oft mehr mit sich als nur sichtbare Veränderungen. Viele Betroffene kennen Tage, an denen sich der Blick in den Spiegel schwer anfühlt. Rötungen, Schüppchen oder Krusten fallen auf und in einer Welt voller glatter Hautbilder kann das verunsichern.

Vorweg das Wichtigste: Du musst dich nicht verstecken. Deine Haut ist kein Makel. Und du bist nicht verpflichtet, irgendetwas zu überdecken, um akzeptiert zu werden. Du darfst dich so zeigen, wie du bist.

Make-up zu tragen ist eine Möglichkeit — kein Zwang.
Eine Entscheidung für dich, nicht gegen dich.

Manche nutzen es, um sich wohler zu fühlen oder für besondere Anlässe. Andere lassen ihre Haut bewusst frei. Beides ist richtig. Wenn du dich fürs Schminken entscheidest, können ein paar angepasste Schritte helfen, damit deine Haut dabei möglichst ruhig bleibt. Denn Juckreiz, Spannungsgefühle oder nässende Stellen können das Auftragen erschweren. Mit der richtigen Herangehensweise wird es aber oft angenehmer.

Eine Basis für deine Haut schaffen

Make-up beginnt mit Pflege. Gerade empfindliche Haut reagiert dankbar, wenn sie gut vorbereitet ist.

Eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme kann helfen, Spannungsgefühle zu reduzieren und die Haut geschmeidiger zu machen. Wenn die Haut gut versorgt ist, lässt sich Make-up oft gleichmäßiger auftragen und fühlt sich angenehmer an. Gleichzeitig unterstützt regelmäßige Pflege die Hautbarriere dabei, stabil zu bleiben.

Weniger ist oft mehr

Bei sehr trockenen oder schuppenden Hautstellen wirkt stark deckendes Make-up häufig nicht so, wie man es sich erhofft. Pigmente setzen sich leichter ab, trockene Bereiche treten stärker hervor und das Ergebnis wirkt schnell unruhig.

Leichtere Texturen sind hier oft verträglicher. Flüssige oder cremige Produkte passen sich meist besser an als sehr feste oder stark pudrige Varianten wie Camouflage oder stark deckende Puder.

Tipp: Produkte mit leicht grünlichem Unterton können helfen, Rötungen optisch abzumildern. Danach reicht oft schon eine sanfte, leichte Deckschicht.

Den Blick lenken, statt überdecken

Manchmal fühlt es sich stimmiger an, nicht die betroffenen Stellen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern andere Gesichtspartien bewusst zu betonen.

Wenn Hautveränderungen eher im Mundbereich liegen, können Augen oder Augenbrauen stärker hervorgehoben werden. Sind die Lider empfindlich, können Wangen oder Lippen mehr Aufmerksamkeit bekommen. So entsteht Balance, ohne dass belastete Haut zusätzlich beansprucht wird.

Produkte mit Bedacht auswählen

Sanft zur Haut bleiben

Empfindliche Haut reagiert schneller auf bestimmte Inhaltsstoffe. Manche Make-up-Produkte können zusätzlich reizen oder Schübe begünstigen.

Produkte für sensible Haut — häufig aus der Apotheke — sind oft besser abgestimmt. Duftstoffe, unnötige Farbstoffe, aggressive Konservierungsmittel sowie sehr stark pigmentierte oder pudrige Texturen sind eher ungünstig.

Flüssige Texturen sind oft angenehmer

Flüssige Foundations und Concealer mit niedriger bis mittlerer Deckkraft gleichen den Hautton sanft aus, ohne Trockenheit stark zu betonen. Dicke oder pudrige Produkte lagern sich leichter in Schuppen oder feinen Linien ab.

Tipp: Deckkraft lieber in zwei dünnen Schichten aufbauen als in einer dicken. Das lässt sich besser einarbeiten und wirkt natürlicher.

Geeignete Optionen können sein:

  • Getönte Feuchtigkeitscremes
  • BB- oder CC-Cremes
  • Leichte Mineralfoundations

Auch die Lippen brauchen Nachsicht

Sehr langanhaltende, stark mattierende Lippenprodukte können trockene Lippen zusätzlich belasten. Feuchtigkeitsspendende, getönte Pflegestifte sind oft die schonendere Alternative. Sie bringen Farbe, ohne die Lippen unnötig auszutrocknen.

Sanftes Abschminken zählt doppelt

Nach einem Tag mit Make-up braucht empfindliche Haut eine gründliche, aber schonende Reinigung. Rückstände über Nacht können zusätzlich reizen.

Grobe Abschminktücher oder raue Pads sind meist zu mechanisch. Reinigungsöle oder Reinigungsmilch, die mit den Händen einmassiert und anschließend abgewaschen werden, sind oft verträglicher.

Auch hier gilt: milde, feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe ohne Duftstoffe sind die bessere Wahl.

Pflege danach – beruhigen und versorgen

Nach der Reinigung darf die Haut zur Ruhe kommen. Feuchtigkeit und beruhigende Inhaltsstoffe sind jetzt besonders wertvoll. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Panthenol
  • Allantoin
  • Ectoin
  • Bisabolol

Eine gute Abendpflege unterstützt die Regeneration. Wenn die Haut sehr gereizt reagiert, kann es hilfreich sein, einige Tage ganz auf Make-up zu verzichten und ihr bewusst Erholung zu geben.

Was am Ende zählt

Manche Tage mit deiner Haut sind leichter, andere schwerer. Und an genau diesen schwereren Tagen darf auch deine Entscheidung anders aussehen. Mit Make-up, ohne Make-up, mit Akzenten oder ganz pur — nichts davon ist richtiger oder falscher. Entscheidend ist nur, was sich für dich gut und stimmig anfühlt.

Deine Haut muss nichts leisten, um zeigbar zu sein. Und du musst nichts überdecken, um dich zeigen zu dürfen. Wenn Make-up dich unterstützt, ist es ein Werkzeug. Wenn nicht, darfst du es weglassen. Beides ist in Ordnung.

Sanftheit mit der eigenen Haut beginnt nicht bei Produkten, sondern bei dir selbst.

Lynn Grünhagen

Über Lynn Grünhagen

Lynn Grünhagen, Medienwissenschaftlerin (B.A., Universität Groningen) und erfahrene Texterin, bereitet komplexe medizinische Themen verständlich und lesenswert auf.

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