Lichttherapie bei Neurodermitis

Autor*in: Lynn Grünhagen

Stand: 30. März 2026

Lichttherapie Neureodermitis

Neurodermitis begleitet viele Menschen ein Leben lang. Wenn du auch von Neurodermitis betroffen bist, kennt auch das Gefühl, wenn die Haut wieder anfängt zu jucken, zu spannen, oder sich zu entzünden. Und manchmal reichen die gewohnten Cremes und Salben nicht mehr aus, um sie zu beruhigen.

In solchen Momenten stellt sich oft die Frage: Welche Möglichkeiten gibt es noch? Eine Antwort, die in der Dermatologie seit Jahrzehnten Bestand hat, ist die Lichttherapie.

Was ist UVB-Lichttherapie?

Die Lichttherapie, auch Phototherapie genannt, nutzt ultraviolettes Licht, um entzündliche Hauterkrankungen zu behandeln. In der Praxis wird dabei vor allem sogenanntes Schmalband-UVB-Licht eingesetzt, mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern. Es ist ein schmaler, gezielter Ausschnitt aus dem Spektrum des Sonnenlichts, der therapeutisch wirkt, ohne die Haut unnötig zu belasten.

Anders als beim natürlichen Sonnenbad, bei dem die Haut vielen verschiedenen Strahlen ausgesetzt ist, wird bei der Lichttherapie nur der Anteil genutzt, der nachweislich hilft. Medizinische Geräte ermöglichen dabei eine exakte Dosierung, sodass die Behandlung kontrolliert und sicher verläuft.

Wann wird Lichttherapie bei Neurodermitis eingesetzt?

Die Behandlung von Neurodermitis beginnt meist mit der sogenannten Basistherapie: rückfettende Pflege, feuchtigkeitsspendende Cremes und bei Bedarf entzündungshemmende Salben wie Kortikosteroide oder Calcineurin-Inhibitoren. Für viele Betroffene reicht dies aus, um akute Schübe zu lindern und die Haut langfristig zu stabilisieren.

Doch nicht immer ist das ausreichend. Bei manchen Betroffenen kehren die Beschwerden regelmäßig zurück, betreffen größere Hautareale oder lassen sich allein mit äußerlichen Behandlungen nicht ausreichend kontrollieren.

Im Vergleich zu systemischen Medikamenten wie Tabletten oder Spritzen ist die Lichttherapie nicht-invasiv. Sie kommt ohne Wirkstoffe aus, die den gesamten Körper beeinflussen. Das macht sie für viele Patient:innen zu einer schonenden Alternative, besonders in der langfristigen Begleitung chronischer Beschwerden.

Wirkungsweise: So hilft UVB-Licht bei Neurodermitis

Bei Neurodermitis ist das Immunsystem in den betroffenen Hautbereichen fehlreguliert und reagiert übermäßig, auch auf eigentlich harmlose Reize. Dadurch entstehen Entzündungen: Die Haut rötet sich, juckt und fühlt sich gereizt an. Gleichzeitig ist die natürliche Hautbarriere gestört, wodurch die Haut empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen wird.

Genau hier setzt die UVB-Lichttherapie an. Sie wirkt in den oberen Hautschichten und beeinflusst dort entzündungsfördernde Immunzellen. Dadurch kann die Entzündungsreaktion gehemmt und der Juckreiz reduziert werden. Gleichzeitig wird die Hautbarriere indirekt unterstützt, sodass sich die Haut insgesamt stabilisieren kann.

Viele Betroffene berichten, dass sich nach einer erfolgreichen Therapie das Hautbild über mehrere Monate stabil hält. Die Lichttherapie wirkt also nicht nur im Moment, sondern kann auch einen längerfristigen Effekt haben, bevor ein neuer Schub einsetzt.

Wichtig zu wissen: Die Lichttherapie ersetzt nicht die tägliche Pflege. Sie ergänzt sie. Die Kombination aus UVB-Behandlung und konsequenter Basispflege bringt oft die besten Ergebnisse.

Wie läuft eine Lichttherapie ab?

Vor dem Beginn einer Lichttherapie, steht immer ein Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen. Gemeinsam wird besprochen, ob die Therapie für deine Haut geeignet ist, welche Bereiche behandelt werden sollen und wie der Ablauf aussehen kann. Denn nicht jede Neurodermitis ist gleich, und nicht jede Haut reagiert auf dieselbe Weise.

Ist die Entscheidung gefallen, gibt es zwei Wege, die Therapie durchzuführen.

In der dermatologischen Praxis kommst du regelmäßig zur Behandlung, meist zwei- bis dreimal pro Woche. Du stehst oder sitzt in einer speziellen UV-Kabine, trägst eine Schutzbrille, und die Bestrahlung dauert nur wenige Minuten. Die Dosis wird individuell festgelegt und im Verlauf der Therapie schrittweise angepasst. Deine Hautärztin oder dein Hautarzt beobachtet, wie deine Haut reagiert, und steuert die Behandlung entsprechend.

Zuhause mit Skinuvita kannst du die Therapie in deinen eigenen Alltag integrieren. Du erhältst ein medizinisch zertifiziertes UVB-Gerät und führst die Sitzungen selbstständig durch. Die Steuerung erfolgt über eine App, die mit dem Gerät verbunden ist. Deine Ärztin oder dein Arzt legt den Therapieplan fest und die App sorgt dafür, dass genau die richtige Dosis abgegeben wird. Nach jeder Sitzung gibst du Rückmeldung zu deiner Hautreaktion, sodass deine Praxis den Verlauf mitverfolgen und bei Bedarf anpassen kann.

Welche Option am besten zu dir passt, entscheidest du selbst. Die Behandlung in der Praxis bietet dir direkte Betreuung vor Ort. Die Heimtherapie mit Skinuvita gibt dir die Freiheit, die Therapie dann durchzuführen, wann es für dich passt, ohne Anfahrt, ohne Wartezeit. Und trotzdem bist du nicht auf dich allein gestellt: Deine Dermatologin oder dein Dermatologe begleitet den gesamten Verlauf, nur eben digital statt im Behandlungszimmer.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Lichttherapie

Die Lichttherapie gilt als gut verträglich. Es kann vorübergehend zu leichten Rötungen oder einem Spannungsgefühl auf der Haut kommen, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand. Diese Reaktionen klingen in der Regel schnell wieder ab.

Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko konnte für die Schmalband-UVB-Therapie in bisherigen Studien nicht eindeutig nachgewiesen werden. Dennoch sollte jede Behandlung individuell ärztlich abgewogen und begleitet werden.

Eine schonende Behandlungsoption bei Neurodermitis

Die UVB-Lichttherapie ist keine neue Erfindung. Sie wird seit Jahrzehnten erfolgreich bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt. Bei Neurodermitis kann sie helfen, Entzündungen zu lindern, den Juckreiz zu reduzieren und die Haut wieder in ein stabileres Gleichgewicht zu bringen.

Sie gilt als schonend, weil sie ohne systemische Medikamente auskommt. Sie kann wirksam sein, weil sie direkt dort ansetzt, wo die Entzündung entsteht. Und sie ist flexibel, weil sie sich an unterschiedliche Lebensrealitäten anpassen lässt, zum Beispiel im Rahmen einer Heimtherapie.

Ob diese Therapie auch für dich ein Weg sein könnte, findest du am besten im Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen heraus. Als ersten Schritt kannst du über unseren Selbstcheck herausfinden, ob es in deiner Nähe Praxen gibt, die mit Skinuvita zusammenarbeiten. Denn am Ende zählt nur, dass du eine Behandlung findest, die zu dir und deiner Haut passt.

Hinweis: Dieser Artikel dient zur Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Lynn Grünhagen

Über Lynn Grünhagen

Lynn Grünhagen, Medienwissenschaftlerin (B.A., Universität Groningen) und erfahrene Texterin, bereitet komplexe medizinische Themen verständlich und lesenswert auf.

Faktencheck

Dieser Beitrag wurde von Zainab Aboulrhit geprüft, Medizinstudentin im letzten Jahr an der Universität Hamburg mit Schwerpunkt Dermatologie. Ihre Erfahrung aus der Pflege prägt bis heute ihren Blick auf patientennahe Kommunikation. Unsere Inhalte sind sorgfältig recherchiert und basieren auf verlässlichen, wissenschaftlich fundierten Quellen. Da sich medizinisches Wissen stetig weiterentwickelt, kann es sein, dass sich einzelne Informationen im Laufe der Zeit verändern.

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