Lichttherapie beim Hautarzt

Autor*innen: Lynn Grünhagen & Jan Schwichtenberg

Stand: 15. Mai 2025

Lichttherapie beim Hautarzt

Lichttherapie ist eine seit Jahrzehnten bewährte Methode zur Behandlung chronischer Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis oder Handekzemen. Was genau dahintersteckt, wie UV-Licht auf die Haut wirkt und bei welchen Diagnosen die Therapie eingesetzt wird, erfährst du in dem Artikel Was ist Lichttherapie?.

Die Behandlung wird von Dermatolog:innen direkt in der Praxis durchgeführt – aber wie genau läuft das eigentlich ab? Was erwartet dich bei der ersten Sitzung, wie oft musst du kommen und wie fühlt sich die Therapie an?

In diesem Beitrag geht es darum, wie die Therapie beim Hautarzt konkret abläuft: wie eine Sitzung aussieht, was du beachten solltest und was dich vor Ort erwartet. So bekommst du einen praktischen Überblick – verständlich und Schritt für Schritt erklärt.

Schritt für Schritt durch die Therapie

Eine Lichttherapie in der dermatologischen Praxis folgt einem klaren Ablauf, der individuell an deine Haut angepasst wird. So läuft die Behandlung typischerweise ab:

Erstgespräch & Einschätzung

Zunächst wird gemeinsam mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt geklärt, ob die Therapie für dich infrage kommt. Dabei spielen Diagnose, bisherige Therapien und mögliche Begleiterkrankungen eine Rolle.

Persönlicher Therapieplan

Falls die Therapie geeignet ist, wird festgelegt, wie häufig du bestrahlt wirst (meist 2–3 Mal pro Woche), welche Hautareale behandelt werden und mit welcher Dosis gestartet wird.

Behandlung in der Praxis

Je nach behandeltem Bereich stehst oder sitzt du in einer speziellen UV-Kabine oder bekommst Licht gezielt über Handgeräte. Die Bestrahlung dauert nur wenige Minuten. Du trägst dabei eine Schutzbrille, empfindliche Stellen werden abgedeckt.

Kontrolle & Anpassung

Während der Behandlungswochen wird regelmäßig geschaut, wie deine Haut reagiert. Falls nötig, wird die Bestrahlungsdauer angepasst – individuell, je nach Verträglichkeit und Verlauf.

Abschluss der Therapie

Nach etwa 6 bis 8 Wochen ist die Therapie meist abgeschlossen. Ob eine Auffrischung später sinnvoll ist, entscheidet ihr gemeinsam in der Praxis.

Welche Arten von UV-Licht werden eingesetzt?

In dermatologischen Praxen kommen vor allem zwei UV-Lichtarten zum Einsatz: UVB und UVA.

UVB-Licht wirkt hauptsächlich in den oberen Hautschichten eingesetzt, z. B. bei Psoriasis oder Neurodermitis. Besonders die sogenannte Schmalband-UVB-Therapie hat sich bewährt – sie gilt als besonders hautschonend und effektiv.

UVA-Licht dringt tiefer in die Haut ein und wird bei bestimmten Erkrankungen bevorzugt, etwa bei verdickter oder sehr empfindlicher Haut. Da UVA-Strahlen weniger energiereich sind, wird ihre Wirkung manchmal durch sogenannte Psoralene verstärkt – das sind Wirkstoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen. Diese Kombination nennt man PUVA-Therapie (Psoralen + UVA). Je nach Bedarf erfolgt sie als Creme-PUVA (lokal aufgetragen) oder als Bade-PUVA (über ein medizinisches Bad aufgenommen).

Welche Form angewendet wird, hängt von der Diagnose und deinen individuellen Hautbedürfnissen ab.

Was ist Bade-Lichttherapie?

In einigen Praxen wird die Lichttherapie mit einem medizinischen Bad kombiniert – das nennt sich Bade-Lichttherapie oder Balneo-Phototherapie. Dabei badest du vor der Bestrahlung für einige Minuten in einer speziellen Lösung, die die Haut auf die Lichtbehandlung vorbereitet.

Zwei Varianten sind dabei üblich:

  • Ein Bad in einer Solelösung (also mit Salz angereichertem Wasser), das die Haut geschmeidiger macht, schuppige Stellen aufweicht und die Lichtaufnahme verbessert.
  • Ein Bad mit einem Wirkstoff wie Psoralen, das speziell zur PUVA-Therapie gehört – also einer Kombination aus Psoralen-Bad und anschließender UVA-Bestrahlung.

Der Ablauf sieht typischerweise so aus: Du nimmst zuerst ein etwa 15-minütiges Bad. Direkt im Anschluss – ohne dich vollständig abzutrocknen – wirst du mit UVA- oder UVB-Licht bestrahlt. Die Dauer wird dabei individuell gesteigert, deine Hautreaktion regelmäßig kontrolliert.

Ob und welche Variante der Bade-Lichttherapie für dich geeignet ist, klärst du am besten direkt mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.

Wie sehen Lichttherapiegeräte und Behandlungsräume aus?

Die meisten Praxen arbeiten mit sogenannten UV-Kabinen – das sind stehende Einheiten, die an eine Duschkabine erinnern. Innen befinden sich mehrere Leuchtröhren, die gleichmäßig UV-Licht abgeben. Die Kabine wird je nach Körperareal geöffnet oder geschlossen betrieben. Manche Behandlungen werden auch mit Handgeräten durchgeführt, zum Beispiel bei Händen, Füßen oder Kopfhaut.

Der Behandlungsraum ist meist schlicht eingerichtet, gut belüftet und so gestaltet, dass du dich schnell orientieren kannst. Du bekommst eine Schutzbrille und genaue Anweisungen – der Ablauf ist einfach und schnell verständlich.

Häufige Fragen – kurz erklärt

Wie lange dauert eine Sitzung?

Die reine Bestrahlung dauert meist nur wenige Minuten – du bist in der Regel nach 10–15 Minuten wieder raus aus der Kabine.

Wie fühlt sich die Bestrahlung an?

Die Lichttherapie ist schmerzfrei. Manche empfinden ein leichtes Wärmegefühl – ähnlich wie Sonnenlicht auf der Haut.

Was ziehe ich an?

Am besten Kleidung, die sich schnell ausziehen lässt – oft brauchst du nur einzelne Körperstellen frei, je nachdem, was bestrahlt wird.

Darf ich danach direkt rausgehen?

Ja, aber: UV-Licht macht die Haut vorübergehend empfindlicher gegenüber Sonnenlicht. Bei starker Sonne solltest du direkt nach der Behandlung eher Schatten suchen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Die Lichttherapie gilt als gut verträglich. Es kann vorübergehend zu Rötungen, leichtem Juckreiz oder einem Spannungsgefühl kommen – ähnlich wie nach einem kurzen Sonnenbad. Bei fachgerechter Anwendung sind unerwünschte Reaktionen selten. Falls du eine besonders empfindliche Haut hast, wird darauf im Therapieplan Rücksicht genommen – deine Haut wird Schritt für Schritt an die Behandlung gewöhnt.

Was ist mit den Kosten?

Wenn die Lichttherapie medizinisch notwendig ist – etwa bei chronischen Erkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis – übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten. Die Verordnung erfolgt direkt über deine dermatologische Praxis.

Fazit: Klarer Ablauf, feste Termine – aber nicht immer alltagstauglich

Die Lichttherapie in der dermatologischen Praxis ist unkompliziert, gut verträglich und medizinisch sinnvoll – besonders bei chronischen Hauterkrankungen. Durch die klaren Abläufe und die feste ärztliche Betreuung kann sie vielen Patient:innen helfen, ihre Haut zu stabilisieren.

Ob sie sich gut in deinen Alltag integrieren lässt, hängt allerdings stark davon ab, wie flexibel du bist – denn zwei bis drei Praxisbesuche pro Woche bedeuten auch Zeitaufwand, Anfahrt und Organisation. Es lohnt sich also, gemeinsam mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt gut abzuwägen, ob und wann die Therapie für dich passend ist

Hinweis: Dieser Artikel dient zur Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Lynn Grünhagen & Jan Schwichtenberg

Über Lynn Grünhagen & Jan Schwichtenberg

Jan Schwichtenberg, Medizinstudent an der Technischen Universität München (TUM), bringt wissenschaftliche Präzision und fundiertes Wissen in die Inhalte ein.


Lynn Grünhagen, Medienwissenschaftlerin (B.A., Universität Groningen) und erfahrene Texterin, bereitet komplexe medizinische Themen verständlich und lesenswert auf. Gemeinsam machen sie Fachwissen zugänglich – fundiert, informativ und gut lesbar. 

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