Vorbereitung auf die Skinuvita-Lichttherapie

Autor*innen: Dr. Susanne Saha & Lynn Grünhagen

Stand: 11. Mai 2026

DERMALight

Ein Leitfaden für Menschen mit Psoriasis

Die Lichttherapie mit Skinuvita nutzt schmalbandiges UVB-Licht, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich gut belegt ist. Damit die Therapie ihr volles Potenzial entfalten kann, lohnt es sich, ein paar vorbereitende Maßnahmen zu kennen und regelmäßig umzusetzen. Dieser Leitfaden erklärt, wie du dich optimal auf die Behandlung vorbereitest und was du während der Therapie im Blick behalten solltest.

Wie wirkt die UVB-Lichttherapie?

UV-Strahlung spielt bei der Behandlung von Psoriasis eine ambivalente Rolle. Auf der einen Seite ist die Phototherapie mit schmalbandigem UVB-Licht (Wellenlänge 311--313 nm) eine etablierte Behandlungsoption. Sie wirkt auf mehreren Wegen: Das Licht bremst das übermäßige Wachstum von Hautzellen, das für die typischen Schuppen bei Psoriasis verantwortlich ist, und beruhigt gleichzeitig das überaktive Immunsystem, das die Entzündung antreibt.

Auf der anderen Seite ist ein verantwortungsvoller Umgang mit UV-Licht während der Heimlichttherapie besonders wichtig.

Tageslicht und Sonnenschutz

Wer die Skinuvita-Lichttherapie durchführt, sollte von Jahresbeginn bis in den Spätherbst täglich Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50+ auf unbedeckte Hautstellen auftragen. Die Sonnenlichtintensität ist in den letzten Jahren durch den Klimawandel und die geschwächte Ozonschicht deutlich gestiegen. In Kombination mit der Heimlichttherapie kann es sonst zu einem Sonnenbrand kommen, und Sonnenbrände gelten als Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs.

Für wen ist die Lichttherapie nicht geeignet?

Die UVB-Lichttherapie kann nicht für alle Menschen gleichermaßen empfohlen werden. Wer in der Vergangenheit an Hautkrebs erkrankt war, hat ein erhöhtes Risiko für erneute Hautkrebserkrankungen und sollte vor Therapiebeginn unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Auch bei bestimmten lichtempfindlichen Hauterkrankungen wie Rosacea, Lupus erythematodes oder Polymorpher Lichtdermatose ist Vorsicht geboten. Darüber hinaus gibt es bestimmte genetische Varianten (u. a. das HLA-Cw0602-Allel), bei denen UV-Licht Psoriasis-Schübe paradoxerweise verschlechtern kann. In allen Fällen gilt: Sprich vor Therapiebeginn mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Medikamente: Was du beachten musst

Manche Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut und können die Verträglichkeit der Lichttherapie beeinflussen. Wenn du solche Medikamente einnimmst, solltest du das deiner behandelnden Ärztin oder deinem Arzt mitteilen, damit die Therapie entsprechend angepasst werden kann. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, diese Medikamente vor Therapiebeginn abzusetzen, was aber immer ärztlich begleitet geschehen sollte.

Zu den häufig lichtsensibilisierenden Medikamenten zählen unter anderem:

  • Antibiotika wie Doxycyclin und Ciprofloxacin
  • Entwässerungsmittel wie Hydrochlorothiazid
  • Herzmedikamente wie Amiodaron
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen und Naproxen
  • Pflanzliche Präparate wie Johanniskraut
  • Bestimmte Diabetes-Medikamente

Wichtig: Salben oder Gele mit den Inhaltsstoffen Tacrolimus oder Pimecrolimus (sogenannte Calcineurininhibitoren) dürfen während der Lichttherapie nicht angewendet werden. Studien deuten darauf hin, dass sie in Kombination mit UV-Licht das Hautkrebsrisiko erhöhen können.

Wie bereitest du deine Haut vor?

Schuppen entfernen

Körperstellen, die durch Psoriasis mit Schuppen bedeckt sind, sollten vor Therapiebeginn und auch zwischendurch regelmäßig abgeschuppt werden. Die weißlichen, festsitzenden Schuppen bestehen aus abgestorbenen Hautzellen und wirken wie eine Barriere: Sie verhindern, dass das therapeutische Licht die erkrankte Hautschicht darunter überhaupt erreichen kann.

Zur Entschuppung eignen sich Salben mit Harnstoff (5--10 %) oder Salicylsäure (2--5 %), die gut über Nacht aufgetragen werden können. Auch Ölbäder vor der Behandlung können helfen, Schuppen aufzuweichen. Anschließend lassen sie sich sanft mit einem weichen Tuch abreiben. Kratzen oder Reißen solltest du dabei unbedingt vermeiden, denn das kann zu Verletzungen führen und an der betroffenen Stelle neue Schübe auslösen. Wie das genau funktioniert und worauf du dabei achten solltest, haben wir in unserem Ratgeber zur sanften Schuppenentfernung bei Schuppenflechte ausführlich zusammengefasst.

Haut reinigen

Vor jeder Behandlung sollte deine Haut sauber und frei von Cremes, Salben oder Ölen sein. Rückstände auf der Haut können die Lichtdurchlässigkeit beeinträchtigen und den Therapieerfolg mindern.

Wie kannst du deine Haut zusätzlich pflegen?

Die richtige Hautpflege bei Psoriasis passt sich am besten den Jahreszeiten an. Im Winter empfiehlt sich eine rückfettende Pflege mit ölhaltigen Produkten, um die Hautbarriere zu stärken und Feuchtigkeitsverlust zu minimieren. Im Sommer sind leichtere, feuchtigkeitsspendende Formulierungen mit höherem Wasseranteil meist besser verträglich. Ganzjährig gilt: Greife am besten zu parfümfreien und reizarmen Produkten, um zusätzliche Hautirritationen zu vermeiden.

Nach der Bestrahlung kann eine leichte, feuchtigkeitsspendende Lotion gut tun. Stark fetthaltige Cremes können die UV-Wirkung abschwächen, deshalb solltest du sie nicht unmittelbar vor der nächsten Bestrahlung verwenden.

Therapiebegleitende Salzbäder mit Meersalz können Schuppen aufweichen und wirken zusätzlich entzündungshemmend. Auch salzhaltige Lotionen und Salben können gerade bei kleineren Schüben eine sinnvolle Ergänzung sein: Sie unterstützen die Schuppenablösung und pflegen die Haut gleichzeitig. Welche Cremes und Pflegeprodukte bei Schuppenflechte generell gut geeignet sind, erfährst du in unserem Ratgeber zu den richtigen Cremes bei Schuppenflechte.

Wann sollte die Therapie abgebrochen werden?

Auch wenn die UVB-Lichttherapie bei vielen Menschen mit Psoriasis wirksam ist, spricht sie nicht bei allen gleich an. Eine deutliche Verbesserung des Hautbildes sollte in der Regel nach 10 bis 20 Bestrahlungen sichtbar werden, bei manchen Menschen dauert es auch etwas länger. Sollte sich nach dieser Zeit keine Verbesserung zeigen oder die Haut sich dauerhaft verschlechtern, empfehlen wir, das weitere Vorgehen mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen zu besprechen, bevor du die Therapie abbrichst.

Vitamin-D-Versorgung im Winter

Im Winter nimmt die natürliche Sonnenlichtexposition deutlich ab. Das kann zu einem Vitamin-D-Mangel führen, der wiederum mit erhöhter Krankheitsaktivität, einem schwereren Verlauf und häufigerem Auftreten von Schüben in Zusammenhang gebracht wird. Winterliche Bedingungen begünstigen außerdem Atemwegsinfektionen, die als bekannte Psoriasis-Trigger gelten.

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Vitamin-D-Spiegel ausreichend ist, lohnt sich eine ärztliche Überprüfung. Bei nachgewiesenem Mangel kann eine Supplementierung nach ärztlicher Empfehlung sinnvoll sein. Auch kurze Aufenthalte im Freien bei Tageslicht tragen im Winter zur natürlichen Vitamin-D-Synthese bei.

Checkliste vor Therapiebeginn

  • Informiere deine Ärztin oder deinen Arzt über alle Medikamente, die du einnimmst.
  • Setze Salben und Gele mit den Inhaltsstoffen Pimecrolimus oder Tacrolimus vor Therapiebeginn in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
  • Besorge dir einen Sonnenschutz für den Alltag (LSF 50+) sowie eine leichte Feuchtigkeitspflege für nach der Behandlung.
  • Entferne die Schuppen vor der ersten Behandlung an den betroffenen Stellen.
  • Leg ein Therapietagebuch an, um deinen Fortschritt zu dokumentieren, oder nutze dafür die Skinuvita-App, die dir das Tracking direkt integriert ermöglicht. Beides hilft dabei, die Therapie langfristig optimal anzupassen.

Gut vorbereitet, gut behandelt

Lichttherapie entfaltet ihre Wirkung am besten, wenn sie konsequent und gut vorbereitet durchgeführt wird. Die Schritte in diesem Leitfaden helfen dir dabei, das Meiste aus jeder einzelnen Behandlung herauszuholen -- und deinen Fortschritt von Anfang an bewusst zu begleiten.

Dr. Susanne Saha & Lynn Grünhagen

Über Dr. Susanne Saha & Lynn Grünhagen

Dr. med. Dipl. Biol. Susanne Saha ist Fachärztin für Dermatologie und leitet die AG Dermatologie der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG e.V.). Ihr Schwerpunkt liegt auf umweltbewusster Dermatologie, nachhaltigen Behandlungsmethoden und der Aufklärung über bedenkliche Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten.

Lynn Grünhagen, Medienwissenschaftlerin (B.A., Universität Groningen) und erfahrene Texterin, bereitet komplexe medizinische Themen verständlich und lesenswert auf.

Gemeinsam machen sie Fachwissen zugänglich: fundiert, informativ und gut lesbar.

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