Psoriasis und Neurodermitis im Sommer

Autor*in: Lynn Grünhagen

Stand: 06. Mai 2026

Sonne

Viele Menschen mit Schuppenflechte beobachten im Sommer eine Verbesserung ihres Hautbildes. Dass das kein Zufall ist, hat mit dem Einfluss von UVB-Strahlung auf das Immunsystem zu tun. Bei Neurodermitis ist das saisonale Bild komplexer. Warum das so ist und was beides mit der Biologie beider Erkrankungen zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.

Schuppenflechte im Sommer: Wie UVB-Strahlung das Immunsystem beeinflusst

Bei Psoriasis ist das Immunsystem fehlreguliert: Bestimmte Immunzellen lösen eine überschießende Entzündungsreaktion aus, die den Hauterneuerungsprozess massiv beschleunigt. Während sich die oberste Hautschicht bei gesunder Haut ungefähr alle vier Wochen erneuert, verkürzt sich dieser Zeitraum bei Schuppenflechte auf drei bis vier Tage. Das Ergebnis sind die typischen geröteten, schuppigen Plaques.

UVB-Strahlung wirkt diesem Mechanismus entgegen: Sie hemmt die beschleunigte Zellteilung, wirkt entzündungsdämpfend und reguliert die betroffenen Immunprozesse in der Haut. Im Sommer geschieht das durch natürliche Sonneneinstrahlung. Zusätzlich regt Sonnenlicht die Vitamin-D-Produktion an, die die Hautbarriere unterstützt und ebenfalls entzündungshemmend wirken kann.

Wie ausgeprägt dieser Effekt ausfällt, ist individuell. Eine systematische Übersichtsarbeit aus Nordeuropa zeigt, dass rund 30 Prozent der Betroffenen im Sommer eine Verbesserung erleben, während etwa 50 Prozent keine saisonalen Unterschiede wahrnehmen und rund 20 Prozent im Winter bessere Verläufe beobachten. Die Jahreszeit ist damit ein relevanter, aber nicht universell wirkender Faktor.

Sonnenschutz bei Hauterkrankungen

Natürliche Sonnenstrahlung kann der Haut bei übermäßiger Exposition langfristig schaden. Deshalb gilt zu jeder Zeit: Auf Sonnenschutz solltest du nicht verzichten. Empfohlen wird Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, bei empfindlicher Haut idealerweise ein reizarmes Produkt ohne Alkohol und Duftstoffe mit mineralischem Filter. Die UV-Belastung ist in der Regel zwischen etwa 11 und 16 Uhr am höchsten — ein guter Orientierungspunkt für die Planung längerer Aufenthalte im Freien.

Neurodermitis im Sommer: Warum das saisonale Muster weniger eindeutig ist

Bei Neurodermitis, oder auch atopische Dermatitis genannt, liegt die Fehlregulation des Immunsystems an einer anderen Stelle als bei Psoriasis. Nicht die übermäßige Zellteilung steht im Vordergrund, sondern eine überschießende Immunreaktion auf eigentlich harmlose Reize. Gleichzeitig ist die natürliche Hautbarriere gestört, was die Haut empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen macht.

UVB-Licht kann auch bei Neurodermitis eine Wirkung entfalten: Es beeinflusst entzündungsfördernde Immunzellen in den oberen Hautschichten und kann so die Entzündungsreaktion hemmen und den Juckreiz reduzieren. Gleichzeitig bringt der Sommer Faktoren mit, die bei atopischer Haut als direkte Trigger wirken können. Erhöhte Temperaturen und körperliche Aktivität fördern die Schweißproduktion, die die Hautoberfläche reizen und Juckreiz verstärken kann. Hinzu kommt der saisonale Pollenflug: Bei Menschen mit einer Sensibilisierung gegenüber Gräsern oder Bäumen kann der erhöhte Allergengehalt in der Luft während der Frühjahrs- und Sommermonate Hautreaktionen begünstigen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen einen Zusammenhang zwischen saisonalen Allergenen und der Aktivität atopischer Dermatitis. Welche dieser Faktoren überwiegen, variiert von Person zu Person.

Hautpflege im Sommer

Unabhängig von der Diagnose gilt: Durch Sonneneinstrahlung und Wärme wird die natürliche Schutzbarriere der Haut stärker beansprucht. Neben der Basispflege können feuchtigkeitsspendende Produkte mit Inhaltsstoffen wie Urea oder Glycerin helfen, den Wassergehalt der Haut zu stabilisieren. Im Sommer sind häufig leichtere Formulierungen sinnvoll als in der kälteren Jahreszeit. Nach dem Schwimmen empfiehlt es sich, Salz- oder Chlorrückstände mit klarem Wasser abzuspülen und anschließend eine parfumfreie Pflege aufzutragen. Atmungsaktive, luftige Materialien wie Baumwolle oder Leinen können Hitzestau reduzieren. Weitere praktische Tipps für den Sommer mit Hauterkrankung findest du in unserem Artikel Sommer, Sonne, Hautstress?.

UVB-Lichttherapie: Kontrollierte Anwendung unabhängig von der Jahreszeit

Der wesentliche Unterschied zwischen natürlicher Sonnenstrahlung und medizinischer UVB-Lichttherapie liegt in der Kontrollierbarkeit. Bei der Therapie wird ausschließlich Schmalband-UVB-Licht mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern eingesetzt. Wellenlänge, Dauer und Intensität der Bestrahlung sind dabei exakt festgelegt, was die therapeutische Wirkung gezielt nutzbar macht und gleichzeitig die Risiken unkontrollierter Sonnenstrahlung minimiert. Die Therapie ist nicht-invasiv und kommt ohne systemische Medikamente aus. Viele Betroffene berichten nach erfolgreicher Behandlung von einer Stabilisierung des Hautbildes über mehrere Monate.

Deine Haut ist individuell — und der Weg zu einer passenden Behandlung auch. Ob UVB-Lichttherapie für dich eine Option sein könnte, findest du am besten im Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen heraus. Als ersten Schritt kannst du unseren Selbst-Check nutzen, um herauszufinden, ob es in deiner Nähe Praxen gibt, die mit Skinuvita zusammenarbeiten.

Ob Sommer für deine Haut Erleichterung bedeutet oder eher Herausforderung: In jedem Fall lohnt es sich, sie zu verstehen. Denn wer weiß, wie die eigene Haut funktioniert, kann besser für sie sorgen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Lynn Grünhagen

Über Lynn Grünhagen

Lynn Grünhagen, Medienwissenschaftlerin (B.A., Universität Groningen) und erfahrene Texterin, bereitet komplexe medizinische Themen verständlich und lesenswert auf.

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