Was ist UVB-Lichttherapie?

Lichttherapie ist ein Begriff, der viele Anwendungen umfasst, von der Behandlung von Depressionen bis zur Regulierung des Schlafrhythmus. In diesem Artikel geht es jedoch speziell um die UVB-Lichttherapie, auch Phototherapie genannt. Sie ist eine bewährte Behandlungsmethode bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis. Was dahintersteckt, wie sie wirkt und wie eine Behandlung konkret aussieht, erfährst du hier.
UVB-Licht: Was es ist und warum es therapeutisch wirkt
UVB-Licht ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichts. Im Gegensatz zu UVA-Strahlen, die tiefer in die Haut eindringen, wirkt UVB vor allem in den oberen Hautschichten. In der medizinischen Therapie wird ausschließlich sogenanntes Schmalband-UVB-Licht mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern eingesetzt. Das ist ein schmaler, gezielter Ausschnitt aus dem solaren Spektrum, der therapeutisch wirkt und dabei frei von anderen, teils schädlichen UV-Anteilen ist.
Der wesentliche Unterschied zur natürlichen Sonne liegt in der Kontrollierbarkeit: Wellenlänge, Dauer und Intensität der Bestrahlung sind exakt festgelegt. Während natürliches Sonnenlicht ein breites Spektrum an Strahlung enthält, wird bei der Therapie ausschließlich der Wellenlängenbereich eingesetzt, der in klinischen Studien die beste therapeutische Wirkung bei gleichzeitig überschaubarem Risikoprofil gezeigt hat. Mehr zur Geschichte der Lichttherapie und wie sie sich zur etablierten Behandlungsmethode entwickelt hat, erfährst du in unserem Artikel Die Geschichte der Lichttherapie.
Wie UVB-Lichttherapie auf die Haut wirkt
Bei Psoriasis ist vor allem die überschießende Zellteilung das zentrale Problem: Bestimmte Immunzellen versetzen die Haut in einen dauerhaften Entzündungszustand, wodurch sich die Haut statt in vier Wochen in nur drei bis vier Tagen erneuert. UVB-Licht bremst genau diese Prozesse, indem es die überaktive Zellteilung hemmt und die betroffenen Immunzellen dämpft. Was bei Psoriasis genau im Körper passiert, erklären wir ausführlicher in unserem Artikel Was ist Psoriasis?.
Bei Neurodermitis steht weniger die Zellteilung im Vordergrund, sondern eine überschießende Immunreaktion auf eigentlich harmlose Reize. Gleichzeitig ist die natürliche Hautbarriere gestört, was die Haut empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen macht. UVB-Licht kann auch hier entzündungsfördernde Immunzellen in den oberen Hautschichten beeinflussen und so Entzündungsreaktionen hemmen sowie Juckreiz reduzieren. Mehr dazu in unserem Artikel Lichttherapie bei Neurodermitis.
Viele Studien belegen eine hohe Wirksamkeit der UVB-Lichttherapie. Bei regelmäßiger Anwendung kann sie Symptome langfristig lindern, und viele Betroffene berichten nach einer erfolgreichen Behandlung von einer Stabilisierung des Hautbildes über mehrere Monate, bevor eine erneute Behandlung nötig werden kann. Die UVB-Lichttherapie ist nicht-invasiv und kommt ganz ohne systemische Medikamente aus. Das macht sie für viele Betroffene zu einer schonenden Behandlungsoption, besonders in der langfristigen Begleitung chronischer Beschwerden.
Bei welchen Hauterkrankungen wird Lichttherapie eingesetzt?
Die Lichttherapie wird bei einer Reihe von Hauterkrankungen eingesetzt. Neben Psoriasis und Neurodermitis wird sie bei Vitiligo zur Unterstützung der Pigmentbildung genutzt sowie bei Hand- und Fußekzemen, chronischem Juckreiz, polymorpher Lichtdermatose, seborrhoischer Dermatitis, Urtikaria, Mycosis fungoides und Graft-versus-Host-Erkrankungen.
In Einzelfällen kann sie auch bei weniger verbreiteten Hauterkrankungen eine Option sein. Ob die Therapie für dich geeignet ist, kann ausschließlich eine Dermatologin oder ein Dermatologe beurteilen.
Wie eine UVB-Lichttherapie konkret abläuft
Am Anfang steht immer ein Gespräch mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen. Gemeinsam werden deine Symptome, der bisherige Therapieverlauf und mögliche Behandlungsoptionen besprochen. Auf dieser Basis wird entschieden, ob eine Lichttherapie für dich sinnvoll ist und wenn ja, wie sie aussehen soll.
Der individuelle Therapieplan legt fest, wie viele Sitzungen pro Woche nötig sind, wie lange jede Bestrahlung dauert und welche Hautareale behandelt werden. Auch die Bestrahlungsstärke wird individuell bestimmt. Sie wird in Joule pro Quadratzentimeter gemessen, also der Energiemenge, die deine Haut pro Sitzung erhält, und im Verlauf der Therapie schrittweise angepasst.
Die Behandlung selbst kann auf zwei Wegen erfolgen. In einer dermatologischen Praxis kommst du regelmäßig zu kurzen Sitzungen, meist ein- bis zweimal pro Woche, jede davon dauert nur wenige Minuten. Wie eine Lichttherapie in der Praxis genau abläuft, haben wir in unserem Artikel Lichttherapie beim Hautarzt ausführlich beschrieben. Mit Skinuvita kannst du die Therapie alternativ zu Hause durchführen. Du erhältst ein medizinisch zertifiziertes UVB-Gerät, dessen Therapieplan vollständig von deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen festgelegt wird. Die Skinuvita App führt dich Schritt für Schritt durch jede Sitzung, du stellst also selbst nichts ein. Deine Hautreaktionen werden nach jeder Sitzung dokumentiert und digital an deine Praxis übermittelt, sodass du durchgehend ärztlich begleitet wirst.
Egal ob in der Praxis oder zu Hause: Die Kontrolle bleibt immer in den Händen deiner Dermatologin oder deines Dermatologen. Der Fortschritt wird regelmäßig ärztlich überprüft, um unerwünschte Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und den Therapieplan bei Bedarf anzupassen. Nach etwa sechs bis acht Wochen wird die Therapie in der Regel abgeschlossen. In den meisten Fällen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt deutliche Verbesserungen des Hautbildes. Bei der Heimtherapie mit Skinuvita wird das Gerät nach der letzten Sitzung zurückgeschickt, und auf Wunsch stehen weitere Nachsorge-Optionen über die App zur Verfügung.
Mögliche Nebenwirkungen der UVB-Lichttherapie
Die UVB-Lichttherapie gilt als gut verträglich. Es kann vorübergehend zu leichten Rötungen oder einem Spannungsgefühl auf der Haut kommen, ähnlich wie bei einem milden Sonnenbrand. Diese Reaktionen klingen in der Regel schnell wieder ab. Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko konnte für die Schmalband-UVB-Therapie in bisherigen Studien nicht eindeutig nachgewiesen werden. Wie bei jeder medizinischen Behandlung gilt jedoch: Risiken und Nebenwirkungen lassen sich nie vollständig ausschließen und sollten individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
UVB-Lichttherapie: Was du für deinen nächsten Schritt wissen solltest
Die UVB-Lichttherapie wird seit Jahrzehnten bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt und gilt als gut untersuchte, nicht-invasive Behandlungsmethode. Ob sie für dich persönlich infrage kommt, kann jedoch nur deine Dermatologin oder dein Dermatologe beurteilen. Sie kennen deine Diagnose und deinen bisherigen Therapieverlauf und können einschätzen, welche Behandlungsmöglichkeiten für dich geeignet sind.
Wenn du wissen möchtest, ob die Skinuvita Heimtherapie für dich eine Option sein könnte, findest du über unseren Selbst-Check heraus, ob es in deiner Nähe Praxen gibt, die mit Skinuvita zusammenarbeiten. Am Ende zählt, dass du eine Behandlung findest, die zu dir, deiner Haut und deinem Leben passt.
Hinweis: Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
